Radteam Tharandter Wald

FichKona2018 oder Manche mögen's heiß


Nun ist es endlich wieder soweit, die Bewerbung zur 21. FichKona (FiKo) ist schon lange abgesendet und die vorläufige Starterliste liegt immer noch nicht vor. 

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Kann ja auch nicht, da wir den 5.Dezember 2017 schreiben und morgen erst der Nikolaustag ist- die Radschuhe auf Hochglanz geputzt und darauf gehofft, dass der Veranstalter sein Vorweihnachtstiming wahrmacht. Am kommenden Tag habe ich gleich in die Schuhe geguckt - nüscht Richtiges drin - nur Erinnerungen der Vorjahre! Richtig, in diesem Fall sollte ich lieber auf die modernere Form der Geschenkeübermittlung setzten - die E-Mail. Tatsächlich wurde mein Postfach von einer Nachricht der FichKona-Crew bedient; „…wir freuen uns Dich bei der längsten Badefahrt am 9. Juni 2018 begrüßen zu dürfen…“ Uff, da ist er wieder, der erhoffte Startplatz. Mittlerweile vibrierte auch das Telefon am laufenden Band, einige Radfreunde des Radteams Tharandter Wald hatten ebenfalls das Losglück im Nikolausstiefel. Es gab jedoch auch Athleten, die es nicht so genau nahmen mit der Radstiefelpflege, diese haben sich prompt auf der Warteliste wieder gefunden - allerdings in aussichtsreicher Position. 

 

 

Wintertraining musste nun her. Ich startete also meine Saisonvorbereitungen bei teilweise kuscheligen 10°C in der Garage auf der Rolle. An meiner Seite der virtuelle Trainer von Bkool. Das war nicht nur „cool“ sondern gleich auch noch ein Trainingsanreiz der Extraklasse. Der Übergang im Frühjahr in die Outdoor-Regionen fiel entsprechend schwer, denn ich musste nun wieder richtig lenken, bremsen und auch mal anhalten. Das relativ trockene Frühjahr verhalf mir zu einer Menge Trainingskilometern - mal allein, mal in der Gruppe, mal kürzer und immer wieder auch mal etwas längere Touren. Die Vorbereitungen waren nahezu perfekt. Hinzu kam, dass in der Zwischenzeit unser fünfter Fahrer vom Radteam von der Warteliste auf die, nun offizielle Starterliste katapultiert wurde.


Der Schock im Mai - kurz nach Pfingsten, kurz nach der Rhön400, ich war noch richtig platt - erreichte mich elektronische Post der FiKo-Crew mit folgendem Inhalt: Wie wär’s als Capitano die Gruppe 2 ans Kap zu führen? [Einschub: Jede Gruppe hat zwei Verantwortliche im Peloton, die sich um die Belange, Nöte und Sorgen der Gruppe, während der Fahrt kümmern und Kontakt zu den Begleitfahrzeugen halten.] Uff, das ist ganz schön verantwortungsvoll, dachte ich. Kann ich das leisten? Nach reiflicher Überlegung und selbstkritischer Bewertung meinerseits, gab ich diesen Job lieber einem anderen Sportsfreund.


Noch sechs Tage bis zur großen Tour Richtung Kap Arkona, die Aufregung wurde allmählich spürbar. Ist die Technik fit? Wie wird die Gruppenzusammensetzung funktionieren? Wie wird das Wetter? Alle Fahrten in diesem Jahr fanden unter sehr guten und vor allem trockenen Wetterbedingungen statt, so dass fast damit zu rechnen wäre, dass die FiKo2018 den Jahresdurchschnittsniederschlag wieder auszugleichen versucht. Es blieb spannend. Ach ja, die Technik: Der Eine oder Andere aus unserem Team nahm sein Sportgerät sehr genau unter die Lupe. Schmierung der Kette prüfen, Verschleißteile checken und, und, und - aber bitte doch nicht erst 5 Tage vor Abfahrt…! Bitteres Fazit dieser intensiven Prüfung war: Ein Hinterrad wurde zur Gewährleistungsbegutachtung eingeschickt - da musste dann der ausgemusterte Ersatzbock ran - naja, der kannte die Strecke wenigstens. Beim Präsi verabschiedete sich noch spontan das Tretlager - das hatte wohl mehr Schiss als der Fahrer selbst. Auch der hohe Vernetzungsgrad unserer Gesellschaft machte es dennoch leider nicht möglich, ein solches Passteil in 24h in den Händen zu halten. Also den Inhalt alter Ersatzteilkisten herausgeholt, Drehbank und Improvisationstalent in Verbindung mit Werkzeugmacherkenntnissen abgerufen, dann musste das Ersatzteil halt selbst gefertigt werden - Handmade in Germany in letzter Minute. Jetzt wurde ich doch „a biss’l“ nervös - sollte meine Technik so gepflegt und robust sein, dass die Defekthexe an mir vorübergeht? Wer weiß.


Der Tag der Tage - mein Shuttleservice kam pünktlich um sechs Uhr an und wir verließen - mit den besten Wünschen der Familie für eine sorgenfreie Fahrt - die heimatlichen Gefilde. Das Wetter war trocken und angenehm, für die Tageszeit sogar warm. Im Geiste liefen bei mir bereits die weiteren Vorbereitungen für die Zeit auf dem Fichtelberg ab - nur nichts vergessen! Trotz der langjährigen Routine nicht schlampig werden und auch das machen, was zu machen ist.


webfk18 2Die Einteilung in die Leistungsgruppen war für mich nur in einem Punkt überraschend. Denn mein FiKo-Partner aus 2017 von der Müritz hatte sich ja bereits in der laufenden Woche zur Gr.1 geoutet. Der Bäcker war es - er wollte für sich den ultimativen Kampf der Giganten an der Spitze austragen. Ich wünschte ihm alles Gute - nun stand ich „alleine“ da… nein, nicht ganz. Bekannte Gesichter waren doch reichlich in meiner Gr.2 - unter anderem das Skilehrer-Pärchen aus dem Erzgebirge. Wir haben bereits schon einige Male diese Tour gemeinsam bestritten und hatten daher sofort Anknüpfungspunkte bei noch nicht beendeten Themen gefunden. [Einschub: - Geheimrezept zur FiKo-Bewältigung Longtalk, ist das Gleiche, wie Smalltalk, nur länger und intensiver.] Wie bei allen Veranstaltungen wurde das Reisegewicht noch einige Male kurzfristig verringert - die Aufregung legt sich wohl immer ein wenig auf die Blase? Noch schnell das traditionelle Gesamtteilnehmerfoto und dann ab zur Startaufstellung. Zwischenzeitlich ließ der Glöckner die Friedensglocke erklingen und der Schall breitete sich über das gesamte Erzgebirge aus und hielt (zum Glück) auch die Gewitterwolken fern. Ein Wetterchen, die meisten Fahrer starteten „kurz-kurz“, das für den Fichtelberg doch schon etwas ungewöhnlich war. Hier deutete sich etwas an….

 

webfk18 3Gr.1 startete pünktlich um 10:00 . Die zweite Gruppe mit mir nahm nahtlos Aufstellung in der ersten Startreihe – ready, steady, go! 10:05Uhr setzte sich dann unser Feld mit etwa 65 Fahrern (davon mind. 5 Frauen) in Bewegung- Ziel: Kap Arkona! Da es an diesem Tag ja „nur“ bergab ging, fand ich es angenehm, wenn nicht allzu viele Fahrer vor mir den Huggel herunter rollten. Die ersten 20km verliefen unaufgeregt, bis wir das erste Blaulicht entdeckten. Uns kamen auf einer relativ schmalen Straße sehr, sehr viele Motorräder entgegen, welche mit Polizeieskorte abgesichert wurden. Die Weiterfahrt nach Chemnitz verlief dann ohne Zwischenfälle. Bei km96 wurde erstmalig gerastet. Brötchen und Nudelsalat waren die Hauptspeisen und vor allem galt es, Wasserflaschen zu füllen. Mein Rezept bei dieser Tour war: eine Literflasche Wasser und eine dreiviertel gefüllte Literflasche mit Plempe an Bord zu haben. Plempe ist ein Rezept vom PetzRacingTeam Mr. Petzold persönlich und besteht aus Malto, Speisestärke, Salz und Apfelsaft- schmeckt gut und ist auch extrem nahrhaft.

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Bei km175 war die nächste kurze Zwischenrast geplant - doch wie dorthin kommen? Es war mittlerweile kurz nach 13Uhr, die Sonne knallte vom Himmel, vor uns lagen noch ein paar kleinere „Wellen“ und dann ging es in die Leipziger Tieflandbucht. Der Asphalt heizte sich so sehr auf, dass selbst die kurzen Schattenpassagen keinerlei Temperaturdifferenz erahnen ließen. Meine Literflasche leerte sich von allein und Plempe musste auch in den Körper rein. Der letzte Schluck Wasser… und noch 30km bis zur Kurzrast. Ich ließ mich zurückfallen und nutzte am Ende des Feldes den Flaschenwechselservice der Crew - leere Flasche hin und fast volle Flasche zurück. Super, die Getränkeversorgung war wieder im grünen Bereich. Einige Athleten kühlten schon ihren Kopf mit dem Wasser, andere mussten sich zurückfallen lassen - rund 40°C Außentemperatur + Schüttelfrost = Hitzestich? Also, jetzt nur nicht übertouren und regelmäßig, konzentriert Flüssigkeit nachfüllen. Die Uhr zeigte halb vier- eigentlich eine schöne Zeit, um im Schatten eines Obstbaumes einen Kaffee und Obstkuchen zu genießen - das waren nur Hitzephantasien. Die Wirklichkeit in dieser Savanne oder besser, in dieser Steppe war: heißer Asphalt und surrende Freiläufe. Hinzu kam, dass sämtliche Teerverbindungen auf den Straßen so weich waren, dass ein unfreiwilliges „Einfädeln“ da jetzt auch möglich war. Hier galt es wiederum Vorsicht walten zu lassen, da diese Fugen auch gern mal in Fahrtrichtung verlaufen. Dann ein Knall in der Gruppe. Der Fahrer, den es mit der Knallpanne erwischt hat, konnte glücklicherweise gleich rechts heraus fahren und auf das Begleitfahrzeug warten. Knallpanne: der Schlauch und die Reifendecke platzen mit einem Mal und die Luft entweicht sofort mit einem lauten Knall. Ursachen gibt es viele. Ein Grund könnte der Reifendruck in Kombination mit der sehr heißen Außentemperatur sein - Ausdehnung und dann Peng. Nach dem Reifenwechsel ging es für diesen Athleten gleich weiter- die Felge hat wohl nochmal Glück gehabt?

Am Ytong Werk in Lausig hielten wir planmäßig - aber ohne KüchenCrew. Nur das Wasser in den Begleitautos wurde rasch, sehr rasch verteilt. Eine durstige Meute stürzte sich auf die Vorräte. Ein paar private Begleiter eines Radteams reichten zusätzliche Wassermengen - die dann auch schnell verteilt waren - vollständig! Es galt die nächsten 30km zu überstehen - wieder nur Steppe. Die letzten Fahrer erhielten von bereits gefüllten Flaschen etwas, damit jeder wenigstens ein wenig Flüssigkeit hatte. Über den Kopf geschüttet hat es sich jetzt niemand mehr - das kostbare Nass!


Zehn Kilometer vor der Lutherstadt wurden wir von der KüchenCrew an einer Tankstelle empfangen - hier gab es Wasser im Überfluss! Erst mal wieder den Kreislauf in Schwung bringen. Aber wie?
webfk18 5Ich ließ mir kaltes Wasser über den Nacken gießen, merkte aber schnell, dass dies sicherlich mit Tee gestreckt worden war. Na toll - dann die Idee mit den Gießkannen (Scheibenwasser) von der Tanke. Dort ist doch wohl „normales“ Wasser drin? Also habe ich diese auf den Mülleimer auf der Stirnseite der Säule gestellt, etwas gekippt und dann lief da schon so etwas wie eine Dusche… Ein Nachteil: Die schwarze Kanne hatte bereits den ganzen Tag an der Südseite verbracht - entsprechend temperiert war sie und ich habe mich fast verbrannt. Letzte Chance: Die Waschanlage…! Dort hatte die Crew einen Wasserschlauch liegen, der endlich Frischwasser und als auch eine Abkühlung bereithielt. Jetzt nur nicht übermütig werden vor lauter Freude - das Hosenpolster muss trocken bleiben (wegen der Reibung) und essen und trinken muss ich ja auch noch. Die nächsten 80km bis Potsdam brauchte der Körper, um wieder in einen „fast“ Normalzustand zu kommen. Die Plempe war bereits gestreckt und der Wasserhaushalt ausreichend gefüllt worden. Ich hatte sogar meine große Flasche wieder gefunden, welche ich vor Stunden getauscht hatte.


Potsdam wo bleibst du - wann wird es endlich etwas kühler? Mit diesen Fragen quälte ich mich die kommenden Kilometer. In froher Erwartung, den etwas längeren Halt vor der Landeshauptstadt genießen zu können und dann durch die lebendige Stadt mit Blaulicht eskortiert zu werden, verrannen die Kilometer. Irgendwie hatte ich auch keine rechte Lust zu quatschen, was die Zeit wie eine Ewigkeit erschienen ließ.


Michendorf 5km, dann Potsdam, dann etwas kühler, essen und wieder trinken - so der Plan. Den Rastplatz erreicht, das Rad zügig eingeparkt und gleich Flaschen füllen - nur nichts vergessen. webfk18 6Da klopfte es mir auf die Schulter… eine Frau im weißen Kleid…??? Jetzt habe ich auch einen Sonnenstich oder war dies eine Fata Morgana??? „Hallo, hallo - ich soll dich von deinen Leuten aus der ersten Gruppe grüßen und soll dir mitteilen- die wären alle OK. Darf ich etwas für dich tun?“, sprach sie mich an. Im ersten Moment, völlig verwirrt und überrascht, antwortete ich spontan: „Ja, eh bitte… Dort den Sack 44 schnappen, da Brühe und Cola holen und alles hier her bringen…“ Sehr charmant war das nicht, muss ich im Nachhinein feststellen, aber nach ein paar Augenblicken hatte ich meinen Transportsack, Brühe und Cola- ein Wunder! Später stellte sich heraus, dass „Sonne“ (von der hatte ich eigentliche heute mehr als genug - von der Richtigen) so ihr Nickname, sich das Treiben bei den FichKonies mal ansehen wollte und den RTTW’lern und Anderen einige kleine Wege abnehmen wollte. Sehr fein, herzlichen Dank dafür! Ohne mich durch irgendetwas ablenken zu lassen, versuchte ich zu essen und gleichzeitig Beinlinge, Armlinge, trockenes Untershirt und das Licht zu montieren - hat funktioniert. Die Sonne „räumte“ dann auch noch meine Sachen zurück in den Anhänger - vor lauter Aufregung waren dann meine Handschuhe gleich mit aufgeräumt… also wieder hin zum Sack, Handschuhe rausgeholt und abfahrbereit gemacht. Schnell noch ein Bild geschossen und ab nach Norden.

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Die richtige Sonne verabschiedete sich auch in Potsdam und es wurde langsam kühler. Einige Mitfahrer scherzten schon wieder, warum ich Arm- und Beinlinge anhätte - es wäre kein Schneefall gemeldet. Ja, ja, einfach reden lassen, die Erzgebirgler. Jetzt hatten es die Lebensgeister auch wieder bis in den Kopf geschafft. Die Motivation war da und die Gespräche konnten fortgesetzt werden. Conny hörte mir immer aufmerksam zu, so hatte ich den Eindruck, und wir unterhielten uns gemeinsam mit ihrem Matti über dies und jenes. Gefahren sind wir zu dieser Zeit ziemlich weit vorn, auch ganz vorn. Da braucht es zwar mehr Kraft, aber die Konzentration konnte etwas gesenkt werden - man fährt ja nicht so dicht am Hinterrad vom Vordermann.


Es wurde immer dunkler und der Norden von Berlin war erreicht. Irgendwie haben mich Kreisverkehre und Ampeln etwas weiter nach hinten gespült, wo es aber auch sehr nette Gesprächspartner gab. Die Kilometer liefen runter, die Halbzeit war längst hinter uns und es war ja nicht mehr weit - bis zum Kap (~300km). Oranienburg: Mit einem Mal raschelte es rechts vor mir in der Böschung. Dann ein Kraatzen, Schreien und wild durcheinander Fahren. Links, nur etwa 7m vor mir, sah ich zwei Rehe weglaufen, die rechts einen Haufen von Fahrern und Sportgeräten hinterlassen hatten. Dieses Wild ist direkt durch unsere Gruppe gesprungen und hat drei Athleten mitgerissen. Uff, was’n Schreck! Ich kam auf der linken Seite allmählich zum Stehen, so dass ich mich wieder weiter vorn einordnen konnte. Nach dem der Notarzt und die Krankenwagen die Verletzten versorgt und aufgenommen hatten, ging die Fahrt weiter. Keiner der Fahrer konnte realisieren was soeben geschehen war. Etwas zwei Kilometer weiter - das gleiche Spiel noch einmal! Wieder zwei Rehe und wieder direkt durch die Gruppe. Die Verunsicherung ging durch die gesamte Gruppe. Was tun? Weiterfahren, langsam, schneller, mehr Abstand, rufen, pfeifen… Irgendwie war dann von jedem etwas dabei. Bis Gransee war das Tempo also moderat und jedes Geräusch im Wald wurde sehr sensibel wahrgenommen.


Die Nachtpause in Gransee verlief sehr angenehm, ich trank Kamillentee, aß Haferschleim und „Gartuffelsubbe“. Sehr fein. Die Flaschen gecheckt - Wasser war voll und Plempe war alle - also nur Apfelsaft rein. Ein kleines Feuerwerk, als Überraschung zum 40. Geburtstag eines Athleten, vertrieb uns die bösen Gedanken. Die nächsten Kilometer sollten recht dunkel aber auch interessant werden. Bei km470 in Altentreptow gab es dann Red Bull und wieder Essen - ich habe leider nicht so viel hinein bekommen - aber trinken ging - Kamillentee. Mittlerweile war es halb fünf Uhr morgens, der neue Tag erwachte und es war bitter kalt. Die Temperaturdifferenz vom letzten Tag betrug nun rund 30Kelvin. Der Frühnebel lag über den Feldern. Wir sind auch direkt durch diese Nebelbänke gefahren, die teilweise so flach waren, dass unserer Köpfe wohl oben raus schauten und der Rest im Nebel versank - kann auch geträumt sein. Selbst zu dieser Uhrzeit, es mag zwar frisch sein, aber die Athleten sind es nicht mehr ganz, da sollte man nicht an der Lampe rumspielen, um dann mit einer Hand zu versuchen, das Geleichgewicht nach der Bodenwelle zurück zu gewinnen - das war unser dritter Unfall mit Notarzt und Krankenwagen. Irgendwie war ich wieder etwas weiter hinten und sah erschrocken - die Conny hat‘s erwischt. Sie war in den stürzenden Fahrer hineingefahren und musste leider ins KH Neubrandenburg. Matti war sichtlich mitgenommen, seine Frau in diesem Zustand zu erblicken. Ein wenig Trost konnte ich in diesem Moment noch geben - mehr leider nicht. Die Gr.2 musste weiter, der Zeitplan war nun endgültig hin, die 24h Transferzeit FichtelbergKap Arkona in weiter Ferne. Hinzu kamen die zahlreichen Umleitungen, so dass es eh Mehrkilometer abzurechnen galt.


Was folgte noch- die Pause in Grimmen haben wir gleich gecancelt. Frühstück um 8Uhr in meiner Heimatstadt Stralsund. Eigentlich eine angenehme Zeit, aber die Spuren der Fahrt waren sicherlich nicht zu übersehen. Gepäppelt wurden wir mit Kaffee, Rosienenbrot und Cola - nette Kombi an einem Sonntagmorgen.

webfk18 8Die Fahrt über die Insel Rügen hellte die Gemüter auf. Keine steilen Passagen zwischen Bergen und Glowe mehr, kein Katzenkopfpflaster in Sargart sondern eine schöne Nebenstraße über Trent zur Wittower Fähre. Von dort noch ein „paar Meter“ über Wiek bis zum Kap. Auf der linken Seite war das Wahrzeichen Hiddensees zu erkennen - der weiße Leuchtturm von Kloster in der Morgensonne. Wir radelten unermüdlich zum Roten….

 

 

 

 

 

 

 

 

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Da war er endlich, der lang ersehnte rote Leuchtturm vom Kap. Auf den letzten Kilometern sortierten sich die restlichen Frauen unserer Gruppe in die vorderen Reihen und wir fuhren gemeinschaftlich über die Ziellinie. Das Team Tharandter Wald Gr.1 erwartete seinen vierten Fahrer - mich. Super Jungs, dass ihr auf mich, den Genussradler, gewartet habt. Danke! Meine Eltern begrüßten mich ebenfalls sehr herzlich und noch viele andere Fans und Freunde belagerten das Kap zur Begrüßung der FichKonies. Uff - das war geschafft - die Freude war riesig und auch jetzt ist das Gänsehautfeeling noch spürbar.

Wetterupdate: Die „richtige“ Sonne begrüßte uns und wir konnten im Biergarten die verlorenen Kräfte mit Lübzer Bier, Fischsemmel oder Bratwurst wieder auffüllen. Der weitere Verlauf dieses Tages ist sehr schnell beschrieben. Unser Fahrer Nr.5 aus der Gr.3 musste unbedingt noch im Ziel begrüßt werden und nach weiteren Bieren - mittleiweile wurde das dritte Fass an diesem Tag angestochen - ging es dann in den kleinen Fischerort nach Vitt - Fotoshooting am Meer.

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Der Weg zum Campingplatz, an der Küste entlang war sehr angenehm und die Erwartungen an das kühle Nass der Ostsee stiegen. Schnell die 

Klamotten aufs Bett geschmissen, Rennradschuhe mit FiKo-Badelatschen getauscht und ab ans Meer. So wirklich geschwommen ist niemand - wir sind ja auch keine Triathleten - haben einfach ein bisschen gebadet! Wo sind sie hin, die Strapazen? 


Das war mal wieder eine Erfahrung - sieben Mal gefahren und immer wieder anders. Mein ganz spezieller Dank gilt allen, die mitgefiebert haben, ob live an der Strecke, ob via GPS #racemap oder ganz fest in Gedanken. Danke der Begleitcrew der Gr.2, unseren Capitanos und der KüchenCrew.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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Vielen herzlichen Dank auch an die gesamte FichKona-Crew für ihre mühevolle und herzliche Betreuung. Allen Unglücksraben wünsche ich schnelle, nachhaltige Genesung und hoffe, dass das in Mitleidenschaft gezogene Sportgerät ebenfalls eine Wunderheilung erfährt. Mir hat es sehr viel Spaß bereitet, wohl auch, weil das Erinnerungsvermögen an die Leiden, der wirklich heißesten Tour „ever“, direkt am Kap verloren ging.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Meine technischen Daten: 
Ankunft Gr.2 am Kap Arkona: 10:45Uhr- also Fahrzeit 24h40min
Rad: Canyon Ultimate AL DI2 (erste Gen.) weiß,
Lampe: Lenser P7 mit Radhalter (kleinste Lichtstärke),
Aufzeichnungen: Garmin Edge 1000 + TeckNet® Powerbank 9000mAh
Ernährung: Bananen, Brote, Apfelspalten, Schokolade, diesmal leider kein Unger-Kuchen; Gartuffelsubbe, Haferschleim Getränke: Wasser, Kaffee; Red Bull, Kamillentee und Plempe #petzracing

 

 

 

 

 

 

 

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Diese Zusammenfassung beruht auf eigenen Erlebnissen und Wahrnehmungen. Für die Vollständigkeit und Richtigkeit übernehme ich keine Garantie, zumal auch ich mal müde war und sicherlich bei dem Fahrtwind nicht immer alles richtig verstanden habe. Auch die Namen sind frei erfunden.


Bis zum nächsten Mal - hier oder woanders- happy riding and be safe out there
Euer Jens (alias BergZwerg_jc@strava)- Radteam Tharandter Wald

 

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