Radteam Tharandter Wald

Radeln für die Gurke oder: ...es kann Regen geben!

 

15. Spreewaldmarathon 2017

 

webIMG 1852Jungs – seien wir ehrlich: so oft wie in den vergangenen Tagen haben wir wahrscheinlich schon lange nicht mehr in jede Wettervorhersage reingeschaut, die wir finden konnten. Regenwahrscheinlichkeit 22. April morgens rund um Lübben: 60%, 75%, 40%? Und der Wind? 20km/h?, 30 km/h? Je unwirtlicher die Prognose, desto mehr hat uns der Gedanke gefallen, am Samstag nicht um 5 aufzustehen und in die Radklamotten zu schlüpfen, sondern uns nochmal umzudrehen... und dann ein schönes Frühstück...!
Von wegen: Alle Wetterfrösche am Freitagabend: im Spreewald wechselhaft, windig, knapp 10 Grad, aber bis mittags trocken.

Im Starterfeld auf der (tatsächlich trockenen!) Schlossinsel in Lübben also doch mehrere Handvoll grün-gelbe RTTW-Fahrer, die (bei Sonnenschein in Dresden gestartet) die 45, 70, 110 oder sogar 200 Kilometer Spreewald unter den Laufrädern durchschieben wollten. Leider sieht man als Radfahrer von dem Spreewald, den man vom Kahn aus erleben kann, nur sehr wenig. Aber die gut ausgebauten Straßen, gerne durch Kiefernwälder, führen durch sehr schmucke, idyllische und (zumindest am Samstagmorgen) ziemlich verschlafene Dörfchen. Eine Spreewaldrunde ist flach, eben, steigungsfrei, berglos, niveauneutral – also super zum Rollen. Außer, wenn folgender Satz aus dem Wetterbericht dazukommt: „Es kann Regen geben!“

 

Rund um Lübben waren die Straßen bei unserer Ankunft trocken, und ein bisschen Sonne ließ manchen sogar schon an angenehme Temperaturen denken. Aber so ist der Spreewald nicht. Wenn es heißt „Es kann Regen geben!“ – dann gibt’s den auch. Am Verpflegungspunkt Groß Leuthen wurden aus kleinen Nieseltröpfchen fette nasse Tropfen und gepaart mit Spritzwasser vom Vordermann und dem ständigen Wind war der Spaßfaktor erst einmal dahin. Apropos Wind: Den gab’s reichlich, teilweise auch in knackigen Böen: Von vorn, von links, von rechts – nur so gut wie nie von hinten!
Weil die Wetterfrösche schon mal daneben lagen, kippte Petrus auch noch ein bisschen was von dem Hagel mit aus, den sie uns verschwiegen hatten. Glücklich, wer da gerade im Wald und damit einigermaßen geschützt fuhr.
Das Feld übrigens sehr vielseitig: Gruppen mit eher gemütlichem Tempo, aber immer wieder auch „Lokomotiven“, mit denen sich trotz Wind immer wieder gut Tempo und Kilometer machen ließen. Unsere acht 200er-Marathonis wurden vom Aprilwetter auch heftig durchnässt – zum Lohn für ihre Mühen durften sie aber auch einmal Rückenwind genießen und ein Stückchen geradeaus mit 45km/h über die Piste brettern.
Sie haben aber auch gezeigt, warum es RadTEAM heißt: gestartet als Gruppe rollten sie auch geschlossen als Gruppe wieder in Lübben ein. Chapeau Jungs, das ist Zusammenhalt! Ein ganz dickes Lob aber auch an unsere Nachwuchsstarter, die alle auf der 110er (U16), 70er (U12) und 45er (U9) Schleife erfolgreich gefinisht haben. Ankommen ist alles – das habt Ihr super gemacht!
Technisch sind die Spreewaldrunden wirklich leicht, und wer nach der Schneeglöckchenrunde Ende März noch ein paar Kilometer in die Beine bekommt, meistert auch die 150er oder die 200er Runde. Wer zweifelt: die Verpflegungsstopps sind nicht nur taktisch gut platziert, die vielen Helfer kredenzen auch wirklich leckerste Kuchen, Schnittchen oder Achtung: echte Brandenburger Plinsen! – der Geheimtipp, wenn die Beine schwer werden. Am Schluss lobt man ja immer die Organisatoren für die tolle Organisation. Das ist vollkommen berechtigt. Die Spreewaldrunde ist wirklich von vorne bis hinten bestens durchorganisiert! Leichte Abzüge gibt es für die Musik an den Verpflegungsstopps – zugegeben: Geschmackssache. Aber eins sollten sie nächstes Jahr besser hinbekommen: „Es wird keinen Regen geben!“.

 

 

15. Spreewaldmarathon 2017

 

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