Radteam Tharandter Wald

Longtour 2016 - Von Salzburg zur Adria

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Nachdem im letzten Jahr die LongTour ins Wasser fiel, überlegten wir in diesem Jahr in wärmere und niederschlagsärmere Gefilde zu fahren.
Warum nicht einmal durch die Alpen von Salzburg nach Grado an die Adria.

Acht Pedalritter und zwei Fahrerinnen, die unsere Transporter zur Begleitung lenken sollten, machen sich auf den Weg nach Salzburg.
Auf der Fahrt dort hin, begleitet uns immer wieder starker Regen. Wir stellen uns die Frage, „Wie soll das morgen laufen?“


In Hallein (dem Ausgangspunkt unserer Tour) angekommen, gehen wir erst einmal unseren Hunger stillen. Danach genießen wir noch ein genial gutes italienisches Eis.

 

In unserer Pension angekommen, werden zuerst unsere Fahrräder für die LongTour des nächsten Tages vorbereitet. Anschließend belegen wir unsere Zimmer und 22.00 Uhr ist dann endlich Nachtruhe.


Leider liegt die Pension mitten im Kneipenviertel von Hallein. Unsere Nachtruhe wird so ständig von vorbeiziehenden grölenden Jugendlichen unterbrochen. 02.30 Uhr ist bereits Frühstück und danach startet unser Ritt nach Grado um 03.30 Uhr.
Der Regen hat Gott sei Dank aufgehört und lt. Wetterbericht sollen wir auch bis Italien trocken durchkommen.


Zu unserer LongTour-Mannschaft gehören Sportfreunde aus Dipps vom TuS (Andre und Hendrik), Ulli aus Luga, Uli mit einem L aus Freital, Jens (mit bereits absolvierten 30000 Jahreskilometern in den Beinen) aus Pirna und wir drei vom Radteam Tharandter Wald (Peter, Dietmar und Frank). Nicht zu vergessen unsere zwei Betreuerinnen Lina und Mandy.
Was hatte ich mir da für Leute eingeladen?!


Es ist noch stockdunkel, aber angenehm warm als wir starten. Wir rollten in Richtung Tauern-Massiv.
Der erste kleine Pass Lueg kommt nach 10km. Ich schaue verdutzt auf meinen Pulsmesser, ein 167er Puls; das muss die Aufregung sein, dachte ich. Der nächste kleinere Pass, ein 175er Puls, oh, oh, dass wird hart.
Die Jungs um mich locker, flockig und der Garmin zeigt immer mehr als 30 km/h. Auf einmal ein Zwicken im rechten Bein. Da kündigt sich doch nicht der erste Krampf an?
Die Jungs kreiseln und machen Druck. Wenn ich vorne bin sind wir gleich ein paar km/h langsamer.
Auf einmal befinden wir uns vor einem 3 km langen Tunnel, natürlich gesperrt für Radfahrer und es ist höllisch laut! Ich denke nur, die Augen zu und durch.

Nach 70 Kilometer sind wir am Anstieg zum Gasteiner Tal. Ich merke so langsam wie ich im Feld durchgereicht werde. Jetzt kommen die Zweifel; hältst du das durch?
Auch die Zeit drückt, es sind noch 20 km und 500 Hm und der Zug an der Tauernschleuse fährt in einer Stunde.

Die Jungs erleichtern sich noch einmal vor dem Berg. Ulli und ich fahren weiter.
Der Druck steigt, die Meute kommt von hinten, wieder Letzter. Aber Ulli ist ein aufrichtiger Sportfreund und bleibt an meiner Seite.
Endlich ist Böckstein erreicht. Lina und Mandy warten schon auf uns, damit die Autos auf den Zug verladen werden können.
Ich wanke zum Personenhänger und lasse mich in die Sitze fallen. Lina kommt mit der großen Kuchenbox. Ich bekomme kaum was runter.
Nach ca.15 Minuten sind wir auf der Südseite der Alpen, in Kärnten. Die Sonne scheint. Um uns die schneebedeckten 3000er. Der Überlebensmut ist wieder geweckt.
Wir beschließen, unsere erste große Pause nach der Abfahrt in Obervellach zu machen. 600 Höhenmeter bergab. Geil. Jens schießt an unserer Gruppe vorbei und dreht sich bei 60 km/h um und macht Fotos. Mutig!? Bei 80 Sachen schlackert Ullis Lenker. Er kann nur mit Mühe das Rad unter Kontrolle bringen. Später meinte er, „ich hatte einen Schüttelfrost“.

Endlich nach 110 km die erste Pause. Mandy und Lina waren schon vorausgefahren und hatten bereits aufgetafelt: Nudelsalat, Obst, Kuchen alles was das Radler-Herz begehrt.
Mir schmeckt es langsam wieder. Ich denke bis Villach wird es schon gehen.
Wir rollen durch das wunderschöne Drautal. Ich komme gut mit, auch der Krampf legt sich.

Der zweite Rastplatz kündigt sich durch die Sicht auf eine Warnweste an; die Mädchen haben diese als Zeichen dort aufgestellt. Wir sind auf dem Logistik-Parkplatz von Hofer in Villach.
Sofort ist ein „Security-Mann“ da und will uns verjagen. Lina und Mandy beruhigen ihn, aber ein Foto von den Nummernschildern muss er doch noch machen.
Hier gibt es nun die leckere Kartoffelsuppe von Mandy und die mitgebrachten Wüste von Jens.
Ich krame aus meinen Sachen die Motivationsbrille heraus. Sie bringt Entspannung und hat mir auf allen LongTouren bisher gute Dienste erwiesen. Auch Peter meint es gut mit mir, von ihm bekam ich einen Koffeiencheck.
Nach Villach ging es in die Karawanken. 180 km waren nun bereits zurückgelegt.
Ich fühle mich viel besser und verschwende keinen Gedanken mehr aufs Aufgeben.
Lina und Mandy hatten uns überholt, ohne dass sie es mitbekamen.
Wir wollen uns zur dritten Rast auf den Karawanken-Pass treffen. Die beiden fahren immer weiter, um uns „einzuholen“. Nach ca. 20 km hinter unserem geplanten Rastplatz, merken sie das da etwas nicht stimmt. Also müssen wir noch ein Stück weiterfahren, als gedacht. Nach der Esseneinnahme und dem Füllen der Falschen geht es weiter. Bis zum Ziel sind es noch 150 km.
Die SS 13, führt uns durch ein wunderschönes Tal. Die gewaltigen Berge um uns herum und neben der Straße fließt ein glasklarer Fluss Richtung Adria.

Uns bläst ein strammer Wind entgegen. Alle sind froh, dass wir 8 Fahrer sind und uns in zwei Reihen in der Führung abwechseln können. Der Garmin zeigt immer zwischen 35- 40 km/h an.
Die Wolken verdichten sich und Regen kündigt sich an. Wir beschließen im nächsten Ort (Verzone) eine Kaffeepause einzulegen. Der einsetzende Regen lässt leider nicht nach. Ich muss mein Navi mit einer kleinen Tüte abdecken, um es vor dem Regen zu schützen. Das Display ist nun nicht mehr zu erkennen. Jetzt läuft alles im Blindflug. Wir orientieren uns nur noch an den Straßenschildern Richtung Udine.
Auch unsere Begleiterinnen haben sich in Udine verfahren. Sie kreiseln oft im jeweiligen Kreisverkehr und suchen den Weg nach Grado.
Ich telefoniere mit Lina und wir beschließen bis Grado durchzufahren, haben damit eine Rast ausgelassen. Wir verpflegen uns mir unseren letzten Reserven gegenseitig.
Alle sind motiviert. Der Kreisel läuft. Wieder wird ein höllisches Tempo angeschlagen. Kurz vor Grado holen uns Lina und Mandy wieder ein.

Es ist geschafft!!!

Wir schauen bei strahlendem Sonnenschein über den Damm auf die Stadt Grado.
Schnell ein paar Fotos und ab auf den Campingplatz.
Wir begießen unseren erfolgreichen Tag mit einem Bier und danach geht es bei 21 Grad Wassertemperatur in die Adria.

Longtour 2016

 

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