Radteam Tharandter Wald

Besuch Nové Město pod Smrkem

Ein lange überfälliger Besuch im Trail-Traumland

Trailcenter Pod Smrkem

Der Singletrail – der Traum eines jeden Mountainbikers. Nicht einmal 2 h von Dresden entfernt liegt ein Trailpark nach schottischem Vorbild – über 80 km reine Trails. Bereits 2011 eröffnet, haben wir – Olaf, Denis und ich – noch nie einen Besuch gewagt. Die Rede ist von Singltrek pod Smrkem.
Als Termin wurde der Karfreitag auserkoren, die Vorbereitung hielt sich in Grenzen: eine kleine Fahrradpflege, Plan ausdrucken, Bananen kaufen, Trinkrucksack füllen. 

 

Nach knapp unter 2 h Fahrzeit trafen wir auf dem übersichtlich gefüllten Parkplatz ein. Voller Aufregung wurden die Räder vom Heckträger genommen, ein Startbild geschossen und schon rollten wir Richtung Trailcafé.

Als Einführungrunde wählten wir die Schleife nördlich des Startpunktes. Die ersten Meter waren schon sehr vielversprechend. Den ausführlichen Regenfällen der vorangegangenen Tage geschuldet, waren die ersten 16 km sehr feucht-fröhlich. Aber nicht hervorgerufen durch vormittäglichen Alkoholkonsum, sondern durch richtig viele und wegfüllende Pfützen, die wir trotzdem mit viel Spaß auf den Trails durchquerten. Wie kann es anders sein, waren die kleinen Holzbrückchen natürlich auch nass. Was jetzt kommt, kennt jeder Biker. Nasses Holz ist sauglatt. Denis wollte es noch einmal am eigenen Leib bestätigt wissen und legte einen sauberen Abgang hin, bei dem dummerweise sein Knie den schwächeren Part des Kampfes nasse Holzbrücke vs. Denis darstellte. Damit war der Grundstein für den Running-Gag des Tages gelegt. Jede Holzüberfahrt wurde für ihn speziell angekündigt. So hilfsbereit sind wir natürlich! 


Danach lud uns das Trailcafé ein, die kalten Hände (das Garmin zeigte 4 °C!) mit Hilfe eines Cappucinos zu wärmen. Dazu gab es eine „German Bratwurst“, zumindest so ähnlich war sie. Und wir hatten den ganzen Tag etwas davon!


Genug pausiert, wir hatten ja viel vor. Also wieder auf die Bikes, um die südlichen Bereiche des Reviers zu erkunden. Dort zeigten sich die Trails zu unserer Freude wesentlich trockener. Besonders die Runde auf polnischer Seite (höchstwahrscheinlich noch nicht so lange in Betrieb) war gespickt von feinsten Holzbauwerken a la Northshore. Auf edelsten Wegen ging es wellenförmig voran, mal leicht bergan, dann wieder bergab, kleine Sprünge, enge Kurven. Kurz traumhaft. Der „Flow“ zwang einen förmlich dazu, mit einem breiten Grinsen über die Trails zu heizen.


Ein „hübsch“ aufgestelltes Schild lies uns kurz vom Trail aufblicken: „Pivo“. Da war doch was. Ein Besuch in Böhmen und noch kein Bier? Das sollte sich ändern. Also rückten wir in einem wirklich hübschen Restaurant ein und gönnten uns ein Bierchen. Ganz blauäugig fragte ich noch nach einem kleinen Glas. Die Antwort hätte ich mir denken können: 0,5 l war das Kleinste.


Die folgenden Trailkilometer vergingen wie im Flug (war es das Bier?). Es folgten die Abschnitte mit vielversprechenden Namen wie „Nad Czerniawą“, Rapickŷ okruh“ und Okolo Měděnce. Ich lockte meine Mitfahrer mit einer bald stattfindenden Pause mit Kuchen und/oder Gulasch. Diese lies etwas auf sich warten, die vorher im Internet gefunden Pausenorte ließen auf sich warten. Also weiter weswegen wir hier sind: Trails


Einem wunderschönen Trail gespickt mit kleinen, aber feinen Sprunghügeln folgte eine Wanderhütte, deren Betreiber wohl nicht mehr mit Kundschaft gerechnet hatten. Es reichte dennoch für einen kleinen Snack.
Die fortgeschrittene Zeit führte schließlich zu dem Entschluss, eine als schwer gekennzeichnete Runde auszusetzen. Grundsätzlich lässt sich hier anfügen, dass alle Wege wunderbar mit Hardtail fahrbar sind. Die Schwierigkeit liegt an vielen Stellen einfach am gefahrenen Tempo, also von jedermann in den meisten Fällen beeinflussbar.
So traten wir den Weg zurück zum Trailcenter an. Natürlich nicht, ohne die vorher im Internet gesehenen und sehnsüchtigst erwarteten HotSpots der Gulasch- und Palatschinkenverpflegung zu passieren.


Wieder am Startpunkt eingetroffen, investierten wir die letzten Kröten für eine dringend nötige Bikewäsche. Beim Verladen unserer Ausrüstung kitzelte die Sonne schon den Horizont. Somit war die Entscheidung, eine Schleife einzusparen genau die Richtige. Und, wir können, nein wollen, nein müssen ja wieder kommen. Am besten gleich nochmal dieses Jahr! Denn jetzt wissen wir ja, wo die Highlights sind, wo es die Palatschinken und die besten Aussichten gibt! Und auf welchen Brücken man besonders auf seine Gliedmaßen aufpassen sollte! In diesem Sinne und meinen Mitfahrern für den unglaublichen Spaß dankend, bis zum nächsten Mal,

euer Nils